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Unter Quarantäne

So viel sei vorweggenommen: So wie Albert Camus die Pest erzählt, nimmt sie vordergründig ein gutes Ende. Die Stadtgrenzen werden nach langen Monaten der wütenden Seuche auf den letzten Seiten des Romans wieder geöffnet, die überlebenden Bewohner von Oran liegen sich in den Armen, weinen Freudentränen, außer Orts in Sicherheit gebrachte Angehörige können zurückkehren und ihr Leben gemeinsam fortsetzen. Die Epidemie konnte durch die verordnete strikte Abriegelung der Stadt bewältigt werden. Dabei war es nur eine einzelne tote Ratte, mit der La peste beginnt. Sie lag im Gang eines Hochhauses und der Hausmeister, der sich das Geschehen nicht erklären kann, unterhält sich darüber mit dem Arzt Bernard Rieux, der gerade auf Hausbesuchen bei Kranken und Sterbenden unterwegs ist. In den wenigen…

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