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The week

from 28. until 6. March 2019

Spanien

Prügelnde Polizei

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Foto: David Ramos/Getty Images

Im Prozess gegen katalanische Politiker muss die Anklage eine erste Niederlage hinnehmen. Gerichtspräsident Manuel Marchena erlaubt nach anfänglichem Zögern schließlich doch, dass Videos und Fotos des brutalen Polizeieinsatzes am 1. Oktober 2017 in Barcelona gezeigt werden, dem Tag des Referendums über die Unabhängigkeit Kataloniens. Zuvor hat Ex-Premier Rajoy ausgesagt, dass es zum Einsatz von 6.000 Polizisten aus allen Teilen Spaniens keine Alternative gegeben habe. Nur durch diese Präsenz sei es möglich gewesen, in Notwehr den Notstand in Katalonien auszurufen. Wenn es zu Übergriffen kam, seien dafür die Organisatoren der Volksabstimmung verantwortlich. Lutz Herden

Wölfe

Schießende Schäfer

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Foto: Imago/Blickwinkel

Bauern und Schafzüchter schlagen sich seit Jahren wieder mit ihnen herum, nun sollen sie störende Wölfe abschießen dürfen. Das kündigte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) an. Erlaubt soll der Abschuss werden, wenn die Tiere „mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen“ und „ernste“ landwirtschaftliche Schäden anrichten. Bislang ist die Wolfstötung nur bei „erheblichen“ Schäden erlaubt. Der Naturschutzbund Nabu befürwortete den Vorschlag im Deutschlandfunk „schweren Herzens“. Die Vorbeugung müsse jedoch Priorität haben: Aufwendungen für Herdenschutz wie Elektrozäune sollten den Haltern von staatlicher Seite ersetzt werden. Elsa Koester

Gorch Fock

Schwappende Zahlen

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Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Picture Alliance/dpa

Erst 9,6 Millionen Euro, dann 75 Millionen, inzwischen rechnet man mit 135 Millionen Euro für die Sanierung der „Gorch Fock“. Im Januar legte der Bundesrechnungshof, der schon die Berateraffäre im Verteidigungsministerium ins Rollen brachte, einen Prüfbericht zur Gorch Fock vor. Nun hat das Verteidigungsministerium Fehler eingeräumt, künftig wolle man die Abteilung, die für die Wirtschaftlichkeitsprüfung zuständig ist, stärken. Den Vorwurf, die Gorch Fock sei nicht vollständig seetüchtig gewesen, als sie noch in See stach, wies das Ministerium zurück. Wie kann man sich dort so sicher sein? Die letzte vollständige und dokumentierte Untersuchung des Schiffes gab es 1979. Martina Mescher

Italien

Stürzende Sterne

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Foto: Picture Alliance/ZUMA Press

Erst ein Wahldebakel in der Region Abruzzen, jetzt der Abstieg bei der Regionalwahl auf Sardinien. Dort kam die Fünf-Sterne-Bewegung nach 42,4 Prozent beim Parlamentsvotum vor einem Jahr nur noch auf den Wert 9,8 und verlor 300.000 Wähler. Cinque Stelle lag damit deutlich hinter der Lega von Matteo Salvini, die 47 Prozent holte. Innerhalb der Partei wird die Niederlage Parteichef Di Maio (Foto) angelastet. Im Unterschied zu Innenminister Salvini fehle es ihm als Arbeits- und Industrieminister an Profil. Der Angegriffene reagierte darauf, indem er mit einem Tabu brach und mitteilte, dass für den Movimento 5 Stelle die bisher verpönten Wahlallianzen künftig möglich seien. Lutz Herden

Estland

Wachsende EU-Skepsis

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Foto: Imago/Scanpix

Erlaubt uns Estland eine Ahnung, wie die Europawahl im Mai ausgeht? Bei der Neuwahl des Parlaments hat die Konservative Volkspartei Ekre mit 18 Prozent mehr als doppelt so viel wie beim vorherigen Votum erhalten. Ekre gilt als rechtspopulistisch und EU-skeptisch, obwohl die baltische Republik schon morgen von Russland überrannt wäre, würden nicht EU und NATO ihre schützende Hand über das Land halten. Diesen Eindruck zumindest haben estnische Spitzenpolitiker jahrzehntelang erweckt. Nun zieht das offenbar nicht mehr. Weder die liberale Reformpartei mit 28 noch die Zentrumspartei des bisherigen Premiers Jüri Ratas mit 23 Prozent sind allein regierungsfähig. Lutz Herden