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Tilos Beispiel

Am 7. Februar 1971 gewährten die Stimmbürger Schweizer Frauen das eidgenössische Stimm- und Wahlrecht. Bis dahin war die Einführung auf nationaler Ebene im Parlament mehrmals aufgeschoben oder abgelehnt und 1959 in einer ersten Volksabstimmung abgeschmettert worden. 1971 – davon waren viele im Vorfeld ausgegangen – sollte es endlich klappen. Entsprechend war die Abstimmung für Anfang des Jahres angesetzt worden, sodass Frauen für die nächste Parlamentslegislatur kandidieren konnten.

„Erste Nationalrätin erkoren – zweifaches Beispiel für die Emanzipation“, lautete keine zwei Wochen später der Titel eines Porträts über die Kandidatin Tilo Frey im Tagesanzeiger. Frey war 1923 in Maroua, im damals französisch kolonisierten Kamerun, geboren. Ihre Mutter war Kamerunerin, ihr Vater Schweizer. …

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