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Im Reich des Löwen

Frank Castorfs Faust-Inszenierung, die am Freitagabend in der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Premiere hatte, ist ganz okay. Man muss ein bisschen Zeit mitbringen. Das Bühnenbild ist top, die Schauspieler sind toll und die Zusammenhänge luftig.

So kann man natürlich nicht über diesen Faust schreiben (ein Kritiker im Deutschlandradio Kultur hat grandioserweise „Jein“ geurteilt). Das verbietet der Respekt, das unterbindet das Gefühl, das einen zur Premiere begleitet wie auf die Beerdigung von jemandem, der noch nicht gestorben ist. Eine vorfrühlingshafte Szenerie, weil der Beginn wegen der Länge der Inszenierung (sieben Stunden mit Pause) auf 18 Uhr terminiert ist. Sentimentales Frohlocken; so schön wird’s nicht mehr.

Es geht hier keiner zur Bearbeitung eines Goethe-Stücks, es…

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