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Rosa und ihre Männer

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Illustration: Ira Bolsinger für der Freitag

Als Frau, Jüdin und Gehbehinderte hätte Rosa Luxemburg heute Anrecht auf dreifache identitätspolitische Rücksichtname. Dass sie keine davon für sich persönlich anmahnte, ist erstaunlich, weil sie sich in einer Gesellschaft bewegte, in der Männerherrschaft, Antisemitismus und Diskriminierung von Menschen mit Behinderung bis weit in linke Kreise waberten. Dass sie sich nicht mit Frauenpolitik beschäftigte, hatte nicht nur damit zu tun, dass sie diese bei ihrer Freundin und Kampfgefährtin Clara Zetkin in besten Händen wusste: Luxemburg langweilte sich in Frauenversammlungen. Hinsichtlich des Antisemitismus griff sie nur 1910 in die unsägliche Debatte der polnischen Sozialdemokratie ein, ob diese überhaupt von Juden geführt werden dürfe.

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