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„Mein tiefster Schrei“

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Die brasilianische Schriftstellerin Clarice Lispector

Foto: GlobalImagens/IMAGO

Auf die Frage, ob Clarice Lispector eine bekannte Autorin sei, antwortet sie selbst in ihrem einzigen zu Lebzeiten gegebenen Fernsehinterview im Jahr 1977: „Alle sagen, ich sei hermetisch. Wie kann ich gleichzeitig hermetisch und bekannt sein?“ Im Dezember desselben Jahres verstarb die Autorin einen Tag vor ihrem 57. Geburtstag an einer Krebserkrankung. In Brasilien war sie da längst eine verehrte Autorin, die durch ihre seltenen öffentlichen Auftritte ein sagenumwobenes Image trug – auch wenn sie es ablehnte, sich so zu sehen.

Ihre Texte, sei es in Magazinen, Romanen oder Kurzgeschichten, führen die Lesenden in eine Welt, die auf Gefühlen basiert. Lispector verlangt eine Auseinandersetzung mit dem Un…

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