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The week

from 25. until 3. March 2021

Sarkozy

Nicht ins Loch

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Foto: Imago Images

Nicolas Sarkozy besuchte die besten Schulen. Seine Hosen saßen stets straff und waren keine Mehlsäcke. Beim Dinieren konnte er seine Menüs nach Laune und Appetit wählen. Tagsüber nahm er ein heißes Schaumbad, sooft er wollte. Nichts deutete darauf hin, dass aus ihm ein Krimineller werden könnte. Und viel sprach dafür, als er sich für den Traumberuf eines bürgerlichen Politikers entschied. Ein Gericht hat ihm nun bestätigt, seiner Klasse keine Schande gemacht zu haben, und gab ihm drei Jahre wegen Korruption. Da Sarkozy seine Richter darauf hinwies, dass er als einstiger Innenminister um die Zustände in den Gefängnissen des Landes wisse, schickten sie ihn nicht ins Loch. Lutz Herden

Storck

Bäume statt Pralinen

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Foto: Imago Images

Der Schokoladen- und Bonbonproduzent Storck hat die Rodung eines Waldstücks einstweilig verschoben, nachdem Umweltschützer:innen das betreffende Waldstück nahe Halle (Westfalen) besetzt hatten. Die August Storck KG, die Marken wie Merci, Nimm2 oder Toffifee herstellt, plant für eine Fabrikerweiterung knapp sieben Hektar Wald zu roden, was die Besetzer:innen verhindern wollten; der Stadtrat von Halle hatte den Erweiterungs- und Fällungsplänen zugestimmt. Am Samstag beendeten die Aktivist:innen die Besetzung, da Storck zugesagt hatte, einstweilen nicht zu roden, auch seien zwischen März und Oktober sowieso keine Fällungen erlaubt. Pepe Egger

Klimaziele

Bei Weckruf Snooze

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Foto: Getty Images

Das Klimasekretariat der UNO (UNFCCC) hat einen Zwischenbericht vorgelegt, in dem es die „national festgelegten Beiträge“ von 75 Ländern zur Verringerung von Treibhausgasen unter die Lupe nimmt. In diesen müssen Vertragsstaaten des Pariser Abkommens darlegen, welche Schritte sie zur Erreichung des angestrebten Klimaziels unternehmen wollen. Das UNFCCC konstatiert in einem „Weckruf“, die vorgelegten Pläne würden in Summe zu einer Verringerung des CO₂-Ausstoßes von 0,7 Prozent bis 2030 führen; nötig wäre allerdings eine Verringerung um 45 Prozent. Die USA, China und andere Länder haben noch keine „national festgelegten Beiträge“ vorgelegt. Pepe Egger

Albrecht von Lucke

„Bild Live“, Volkes Stimme?

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Foto: Imago Images

Man kennt die Bild-Zeitung und ihre Methoden. Aber wenn sie wieder zuschlägt, ist man doch verblüfft. Jüngstes Opfer ist der Publizist und Freitag-Autor Albrecht von Lucke. Das Springer-Blatt hatte seinen Artikel in den Blättern für deutsche und internationale Politik über das TV-Format von Bild auf ganz eigene Art gelesen und den Autor zitiert mit: „Bild Live ist die Stimme des Volkes“. Von wegen: Lucke hatte vielmehr die fast inquisitorische Geisteshaltung des Formats kritisiert. Es maße sich an, als angebliche Stimme des Volkes gegen die gewählten Volksvertreter aufzutreten. Kurzum: Bild macht das glatte Gegenteil aus einer Sache, wenn’s nur dem eigenen Interesse dient. Philip Grassmann

Ausgedacht & draufgesetzt

Thierses Empörung

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Foto: Imago Images

Auch Männer können weinen. Vor Tagen schluchzte Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD):„Ich bin nicht divers genug! Kein Schwein hört mir zu, wenn ich rede.“ Wortmächtig schilderte er in der FAZ, wie seine cis-weiße, binär-genuin ostdeutsche Seele gemartert werde von queeren und Gender-Diskursen. Thierse: „Ich habe das so satt. Es bringt die Speisereste in meinem Bart zum Kochen!“ Man hielt ihm entgegen: „Wolfgang, das Problem ist simpel. Was du plapperst, ist einfach uninteressant. Erzähl das deinem Frisör.“ Darauf Thierse: „Ich bin und bleibe Rebell! Ich gehe nicht mehr zum Haareschneider seit 1989!“ Die Scharmützel gehen also weiter. Halali!