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Depression ist Zorn

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Eine große Frage ist, was genau Rasche an Sarah Kanes Text interessiert

Foto: Arno Declair

Formstreng, überwältigend, monumental. Kaum eine Kritik zu den Theaterarbeiten von Ulrich Rasche kommt ohne diese Schlagwörter aus. Auch diese Zeitung nicht (der Freitag 38/2018). Über Jahre hat der Regisseur seine Handschrift perfektioniert, die – okay, sagen wir es dann mal – monumental ist. Auf riesigen Maschinen laufen seine Chöre im Takt der minimalistischen Partitur, ständig in Bewegung auf monströsen hydraulischen Laufbändern, Drehscheiben oder Walzen. Sie spucken Silbe um Silbe vom Text qualvoll aus, als würde jeder Ton ihnen Schmerzen bereiten. Rasche polarisiert. Die einen finden, sein Überwältigungstheater habe eine faschistoide Ästhetik. Die anderen feiern ihn. Ab 2017 wurde Ra…

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