Loading

„Das ist höchste Latte“

Die Zornesröte steigt Elisabeth Birkmeir ins Gesicht, wenn die Rede auf das Mulchen kommt. Sie steht an einem der Felder ihres Demeter-Bauernhofs, zeigt hinüber zu den Flächen ihres Nachbarn: „Der hat das mit der Ökologie noch nicht gefressen“, schimpft sie, „obwohl ich an ihm arbeite.“ Wie so viele andere Landwirte fahre er nicht nur die Ernte vom Acker ein, sondern mulche auch die wildwüchsigen Streifen an dessen Rand: Wo Schmetterlinge, Bienen, Feldlerchen oder Wachteln Nahrung, Deckung und Nistplätze fanden, macht die Mulchmaschine mit ihren Mäh- und Häckselwerkzeugen alles platt – aus ästhetischen Gründen, weil es so angeblich „sauberer“ aussehe, empört sich Birkmeir. Sie und ihr Mann dagegen lassen sogar Blühstreifen mitten im Feld stehen, wenn sie das Kleegras abernten. „Das ist …

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.