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Nebelgekrähe

Mina Wolf reißt die Fenster auf, um nach den langen, kalten Tagen das in ihrer Straße leicht gedämpfte Dauerrauschen der Stadt zu genießen. Plötzlich aber unterbricht ein Gesang die urbane Stille. Auf einem Balkon steht eine „derbe Person von schwer schätzbarem Alter“ und trällert eine Melodie aus dem Weißen Rössl, wobei die Operette nur schwer zu erkennen ist, so schief trägt die Ruhestörerin ihren Gesang vor.

Ein mulmiges Gefühl

Mina ist Journalistin und hat den Auftrag erhalten, einen Aufsatz über den Dreißigjährigen Krieg zu schreiben, nämlich für die Festschrift einer Kleinstadt, die sich etwas Erbauliches wünscht. In Minas Gedanken vermischen sich nun die Berichte von vergangenen Bluträuschen mit dem überdrehten Gekreische der Balkonsängerin. Bald beschweren sich auch andere Leute…

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