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Das Muss im Fluss

Der erste Eindruck von Oliver fällt beim 17-jährigen Ich-Erzähler Elio in André Acimans Roman Call me by your Name (2007) wenig begeistert aus: „Der diesjährige Sommergast, wieder einer dieser Langweiler.“ Der Doktorand aus den USA mit den blonden Haaren und dem auffälligen Davidstern an der Goldkette setzt die Reihe junger Akademiker fort, die den Sommer im italienischen Ferienhaus von Elios professoralem Vater verbringen dürfen, als Gegenleistung für ein paar Sekretärstätigkeiten. Schon ein paar Seiten später schreibt Elio in sein Tagebuch: „Ich würde alles für ihn tun!“

In Proust’scher Detailfreude schwelgt Aciman in Elios Heiß-Kalt-Empfindungen, einem überbordenden Bewussteinsfluss aus hilflosen Distanzierungen und umso heftigeren Schwärmereien, gefiltert durch einen altklugen Kunst…

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