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Nationalhymne wegspülen: Radio 100 wird 30

Am Anfang war das Wort. Es lag bei uns, und es war gut so. Erst Wochen später hinkte Ulrich Schamonis Radio Hundert,6 hinter uns her. Wir sendeten auf der gleichen Frequenz: 100,6 MHz. Unvorstellbar. Die einen endeten mit der Nationalhymne. Die anderen antworteten mit einer Klospülung. Es war 1987, und wir replizierten im Rundfunk die geteilte Stadt auf einer geteilten Frequenz. An den Berührungspunkten fehlte nur wenig zu Schießtürmen und Grenzhunden. Zu verdanken hatten wir, die Crew von Radio 100, die Frequenzteilung dem Kabelrat, vorneweg dem Direktor seiner Anstalt, Hans Hege, der der alternativen Szene Westberlins einen Weg in den Himmel über der Stadt bahnte.

Wir waren ungeheuer jung, voll der besten Absichten und, von einigen Ausnahmen abgesehen, weitgehend ahnungslos, was das M…

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