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Sirene, Sahara, halbierte

Es ist irritierend, wie verunsichert wir sind. Aber es ist auch gut, wenn die Verunsicherung von Gedichten ausgeht, kann sie unser gewohntes Denken und Sprechen in Frage stellen. Gedichte können Offenheit erfahrbar machen, Blicke weiten, Erkenntnis ist möglich, Abweichung produktiv. Paul Celan dichtet in dem 1963 erschienenen Band Die Niemandsrose: „Weißt du, der Raum ist unendlich“. Gemeint ist der grenzenlose Raum des poetischen Worts.

Die Idee von der Unendlichkeit des poetischen Raums findet sich wieder in Mondbetrachtung in mondloser Nacht, einem Band von Marion Poschmann, der ihre Reflexionen über Sprache und Dichtung versammelt. Im Vorwort zu dieser Sammlung von Reden und Artikeln heißt es: „Dichtung vollbringt das Unmögliche. Sie evoziert Bilder im Raum, hält die flüchtige Welt …

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