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Ein Film, ein Schock

Eine Weile hat es gedauert, bis er Zeit für unser Gespräch fand. Erst hieß es, ich könnte ihn via Skype in Budapest kontaktieren, der Stadt, in der er zu Hause ist, dann hat mich die Agentin wieder vertröstet. Irgendwann war László Nemes in den USA, um seinen Film im Vorfeld der Oscar-Verleihung bekannter zu machen. Nemes ist begehrt, so sehr im Rampenlicht stand lange kein Regisseur aus Ungarn mehr. Nachdem er 2015 den Großen Preis der Jury in Cannes gewonnen hatte, wurden plötzlich alle neugierig auf sein ungewöhnliches Werk.

Als ich im vergangenen Herbst zu Besuch bei meiner Familie in Ungarn war, schickten mich Freunde sofort ins Kino: Sauls Sohn, „den musst du unbedingt sehen“. Eindringlich zeigt der Film, wie die NS-Menschenvernichtungsfabrik funktionierte. Ein 107 Minuten langer …

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