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Kreativ verzweifelt

Dasha ist zufrieden. Die junge Russin im weißen Hemd und mit Tattoos auf beiden Handrücken lehnt sich gegen eine unverputzte Backsteinwand. Stolz schaut sie auf ihre Chainaja, ihr Teehaus. Oder vielmehr auf ein kleines Zimmer, das sie mit muffigen Kissen, schrägen Lampenschirmen und alten Teekännchen ausgestattet hat. Dasha hat die Chainaja in einem Moskauer Hinterhofclub für lau zusammengebastelt. Die Möbel kamen von Moskaus Müllhalden, der Sowjetkrams aus Omas Wohnung. Wenn Hunderte junge Russen am Wochenende in den Club strömen, um zu Elektrobeats zu tanzen, brüht Dasha ihnen die wildesten Teekombinationen auf. „Wie zu Hause“ fühlten sich die Feiernden dann. „Oft schlafen sogar ein paar auf dem kleinen Bett dort.“

Dasha ist Teil eines Moskauer Techno-Kollektivs, das sich vor einem ha…

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