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Frivolität und Moral

Seit einiger Zeit debattiert die Literaturkritik über einen möglicherweise sinkenden Wert der Fiktion. Auch ich ertappte mich öfter dabei, statt eines Romans lieber die Biografie des Schriftstellers, der den Roman geschrieben hat, in die Hand zu nehmen, es geht auch anderen so.

Das neue Buch von Julian Barnes scheint wie für uns Fiktionsmüde gemacht, erzählt es doch aus dem Leben eines real existierenden Künstlers, Schostakowitsch, um an diesem Leben große moralische Fragen aufzuwerfen. Was will man mehr?

Der Lärm der Zeit ist glänzend geschrieben, aber eben auch, siehe unsere Kritik, in einer recht behaglichen Form. Ist dieses leichte Unbehagen, das auch mich beim Lesen befallen hat, gleichsam als moralische Sollbruchstelle im welthaltigen Gefüge des biografischen Ansatzes zu verbuchen…

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