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Fuck the Brecht away

Sie singt „I’ve got light in places, you didn’t know it could shine“ (Ich leuchte, wo du nicht wusstest, dass ich leuchten kann) und schüttelt wild zu eckigen Beats – ganz Punk-Artemis-like – die fünf Silikonbrüste an ihrem Latexsuit. Endlich, nach knapp 40 Minuten gesitteter Brecht/Weill-Performance hat die kanadische Elektroclash-Ikone Peaches die Bühne des Stuttgarter Schauspiels vollständig gekapert. Harsch und unbedingt jongliert sie mit Insignien der Pornoindustrie, zerrt sie lustvoll ins Absurde – dirigiert tanzende Plüsch-Vaginas, kriecht in einen riesigen Dildo, schwebt vom Bühnenhimmel herab, thront als queere Hohepriesterin, während Josephine Köhler und der Tänzer Louis Stiens ihre in Plastikpants gezwängten Körper im Stroboskoplicht recken. Auseinanderklaffende Beinpaare rüc…

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