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Scholz und Vorurteil

Seinen kühlen Technokratenduktus überwand er nur ganz kurz: „Wir machen ja etwas neu“, sagte der gerade zum kommissarischen SPD-Vorsitzenden bestimmte Olaf Scholz am späten Dienstagabend in den Tagesthemen; und für seine Verhältnisse lag da fast schon eine emotionale Regung in der Stimme: ein leiser Trotz auf die Vorhaltung des Moderators hin, man könne doch nicht die SPD-Basis über die Zukunft der Regierung, nicht aber über den Vorsitz der eigenen Partei entscheiden lassen. Doch Scholz, 59, bleibt bei seiner kategorischen Ablehnung einer Urwahl der Parteispitze, der Mitgliederentscheid über den schwarz-roten Koalitionsvertrag muss reichen. Seine Empfehlung für die Basis: Wenn „künstliche Intelligenz für ein Institut ausgerechnet hat, dass 70 Prozent“ des Vertrags aus SPD-Programmatik b…

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