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1990: Ritter der Tafelrunde

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Hans Modrow war sich der Endlichkeit seines Mandats bewusst

Foto: Paul Glaser/dpa

Eine Momentaufnahme aus der Volkskammer im Spätherbst der DDR. Da sitzt jemand einsam auf der Regierungsbank und soll dafür bürgen, dass die Zeit einsamer Entscheidungen vorbei ist. Das Bild entsteht am 17. November 1989 und zeigt Hans Modrow, seit vier Tagen DDR-Regierungschef, aber noch ohne Regierung. Seine Minister warten darauf, vom Parlament bestätigt zu werden. Deshalb die leeren Stühle neben und hinter Modrow. Ahnt er, wie wenig Zeit ihm bleibt, um zu regieren? Seine Große Koalition aus fünf Parteien – der CDU, den Liberaldemokraten (LDPD), den Nationaldemokraten (NDPD), der Bauernpartei (DBD) und der SED – wird 145 Tage im Amt gewesen sein, wenn sie am 12. April 1990 abtritt. Sie durchläuf…

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