Loading

Kanonen im Boden

Augen auf im Straßenverkehr! Das ist die erste Regel der Pollerforschung, wie sie der Berliner Feuilletonist Helmut Höge seit Mitte der 1980er betreibt. Aus dem Fenster schauend, flanierend, durch Materialstudien und im Gespräch mit Entwicklern, Urbanisten und Verkehrspolitikern. Und, besonders wichtig: mit der Kamera. Die Ergebnisse dieser jahrzehntelangen alltagswissenschaftlichen Passion kann man in dem bemerkenswerten, vom Siegener Medienwissenschaftler Philipp Goll herausgegebenen Band Pollerforschung bestaunen.

Poller sind materialisierte „feine Unterschiede“, wie der Weimarer Kulturtechnikforscher Christoph Eggersglüß in einem der fünf aufschlussreichen Nachworte mit einer Wendung des französischen Soziologen Pierre Bourdieu schreibt. Diese Stadtmöbel regeln, wer oder was sich wi…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.