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Erotischer Leichtsinn

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Gottfried Keller (1819-1890)

Foto: Hulton Archive/Getty Images

Sie war für Generationen der Inbegriff heimeliger Unterhaltung, der Prototyp einer Familienzeitschrift und wurde ebenso steiflippig als Biederleutssedierung verachtet: Die Gartenlaube. Zu Hochzeiten zwischen 1853 und 1944 erreichte sie an die zwei Millionen Leser, war für Bürgertum, Landbevölkerung, selbst für die Arbeiterschaft Referenzlektüre schlechthin. Die Redaktion hatte sich „Volksbildung“ ins Programm geschrieben. Und die, zeigt Claudia Stockinger, funktionierte durch raffinierte Leserbindung.

Auf geradezu detektivische Weise zeichnet die Literaturwissenschaftlerin nach, wie durch Fortsetzungen mit Cliffhangern, Textverbünden aus Prosa und Lyrik zwischen Fontane und Marlitt, Leseransprachen, Leserbriefbeantwo…

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