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Der Sinn des Sehens

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Manche Leinwände sind interessanter als das echte Leben

Foto: John Vink/Magnum Photos/Agentur Focus

Die Ehe zwischen Film und Kino ist nur noch eine offene Beziehung. Der Film findet schon lange nicht mehr ausschließlich auf der großen Leinwand, dem einstigen Ehebett, statt, sondern seit den 1950er Jahren auch im Fernsehen, später auf VHS oder DVD und inzwischen auf Streamingplattformen wie Netflix oder Mubi. Das Kino und seine Verfechter verhalten sich wie Gehörnte. Sie wollen sich nicht daran gewöhnen, dass dem Film die Monogamie fremd ist. Sie beharren zumindest auf dem Recht der ersten Nacht, sprich: der Kinoerstauswertung, ehe der Film überall sonst vertrieben werden darf. Das Kino ist nicht zu beneiden, der Film scheint sich hingegen prächtig zu amüsieren.

Aber ist das wir…

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