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Heim ohne Brunnen

Viele Stunden hat Elizabeth Araba um Mehl und Bohnen angestanden. In langen Reihen warten vor den Vergabepunkten am Rande der Siedlung außer ihr noch einige hundert andere. Säcke voller Lebensmittel liegen dort gestapelt unter Laubbäumen, von Mitarbeitern der Hilfsorganisation World Vision bewacht und verteilt. Araba hat Mühe, lange zu stehen. Die 86-Jährige leidet an Parkinson, und seit sie vor dem Bürgerkrieg aus ihrem Heimatdorf im Südsudan floh, auch an einer großen Müdigkeit.

Wer Lebensmittel haben will, muss eine Identifikationsnummer vorzeigen und sich in Listen eintragen. Die letzten Gaben, die Araba vor einem Monat bekam, sind seit zehn Tagen aufgebraucht, sie hätte hungern müssen, wären nicht ihre Nachbarn eingesprungen. Die pflanzen Gemüse an und können für Geld kleine Arbeit…

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