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„Gutes Lernmaterial“

der Freitag: Sie behandeln Demütigung sowohl als Gefühl als auch als Machttechnik. Wie funktioniert das?

Ute Frevert: Wer eine andere Person demütigt, vor allem öffentlich, tut das, um Macht zu beanspruchen, zu erwerben und zu bestätigen. Dazu gehört auch, die Ohnmacht des Gegenübers zu demonstrieren. Ob sich das Gegenüber aber gedemütigt fühlt, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine davon ist die Reaktion der Öffentlichkeit, die zuschaut.

Der Pranger ist längst aus der Gesellschaft verschwunden. Er findet aber ein Weiterleben in den Medien. Sind solche Techniken der Demütigung gesellschaftlich wichtig? Wie kommen sie vor?

Dass diese Techniken gesellschaftlich wichtig sind, würde ich bezweifeln. Eine Gesellschaft ohne sie wäre zweifellos lebenswerter, anständiger, zivilisierter. Warum sie…

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