Loading

The week

from 1. until 7. February 2018

Entschädigung

Zähigkeit der Zeit

placeholder article image

Foto: Getty

Die Verhandlungen dauerten Jahre, nun haben sich das Bundesfinanzministerium und die Jewish Claims Conference geeinigt: 25.000 algerische Juden erhalten eine einmalige Entschädigungszahlung. Die Betroffenen litten in den Jahren 1940 bis 1942 unter den antisemitischen Gesetzen des mit Deutschland verbündeten französischen Vichy-Regimes. Ihnen wurde die Staatsbürgerschaft entzogen, im öffentlichen Leben wurden sie diskriminiert. Etwa 2.000 der 1939 schätzungsweise 120.000 Juden Algeriens wurden innerhalb des Landes deportiert. Die meisten Überlebenden sind längst verstorben, die übrigen leben vor allem in Frankreich oder Israel. Sie erhalten jeweils 2.556 Euro. Leander F. Badura

Venezuela

Partei des Moments

placeholder article image

Foto: Getty

Es sei endgültig, dass Ende April die von der Opposition geforderte Präsidentenwahl stattfindet, so Staatschef Maduro (Foto). Ebenso könne man davon ausgehen, dass er mit einer neuen Partei antrete. Wie das Nachrichtenportal amerika21 berichtet, heißt diese Formation Somos Venezuela (Wir sind Venezuela). Damit distanziert sich Nicolás Maduro keineswegs vom regierenden Partido Socialista Unido de Venezuela (PSUV), vielmehr sei man im Großen Patriotischen Pol vereint. Somos Venezuela ist entstanden, um staatlichen Sozialprogrammen mehr Durchschlagskraft zu verschaffen, und zielt auf Wähler in ärmeren Regionen. Inoffiziell sammeln sich in der Bewegung über 115.000 Mitglieder. Lutz Herden

Nordkorea

Grenzen des Embargos

placeholder article image

Foto: Getty

Pjöngjang zieht den Kopf aus der Embargoschlinge, indem es verhängte Sanktionen umgeht. Dies jedenfalls besagt ein Expertenbericht des UN-Sicherheitsrates. Daraus geht hervor, dass Nordkorea 2017 trotz der Handelssperre Kohle und Eisenerz ausgeführt hat. Abnehmer seien China, Malaysia, Russland und Südkorea gewesen, bei einem Ertrag von etwa 200 Millionen Dollar für den Exporteur. Zudem wurden Waffen nach Syrien und Myanmar geliefert. Die Einfuhr von Öl gelinge über beauftragte Unternehmen, womit ebenfalls das Embargo unterlaufen werde, so der UN-Report. Es fehle international am „politischen Willen“, so zu handeln wie im Sicherheitsrat beschlossen. Lutz Herden

G20

Kosten des Spektakels

placeholder article image

Foto: Getty

Für den G20-Gipfel hat der Bund rund 72,2 Millionen Euro ausgegeben, wie auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion mitgeteilt wurde. Das ist aber nur ein Teil der Kosten, Hamburgs Senat ist immer noch damit beschäftigt, auszurechnen, wie kostspielig das Spektakel für ihn war. Bekannt ist bisher nur, dass der Polizeieinsatz wohl teurer war als geplant. Mit den 50 Millionen, die für die Sicherheit bei OSZE-Treffen und G20-Gipfel an die Stadt überwiesen wurden, kam sie nicht aus. Auskunftsfreudiger gibt man sich, wenn es um Demonstranten geht. Hamburgs Innensenator Andy Grote will „Neuland“ betreten und die umstrittene Öffentlichkeitsfahndung auf Europa ausweiten. Martina Mescher

Jemen

Gunst der Stunde

placeholder article image

Foto: Getty

Risse zeigen sich in der Anti-Huthi-Koalition, seit Separatisten im Südjemen rückgängig machen wollen, was ihnen 1990 verloren ging: ein eigener Staat, der 1967 als volksdemokratische Republik mit Aden als Hauptstadt entstand. Dort waren die Separatisten nun tagelang auf dem Vormarsch, bis Saudi-Arabien eingriff und die provisorische Regierung des in Riad lebenden Präsidenten Hadi die Oberhand gewann. Bei den Kämpfen wurden 36 Menschen getötet und Teile Adens zerstört. Bisher zählten der von den Huthi gestürzte Hadi und südjemenitische Milizen zu einer Allianz. Doch wittert die Unabhängigkeitsbewegung offenbar die Gunst der Stunde. Die Waffenruhe dürfte nicht halten. Lutz Herden