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Weißes Licht

Am frühen Morgen nach dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar ist Oświęcim, das ehemalige Auschwitz, in Nebel und Smog getaucht. Die Staatsgäste und etwa 200 geladenen Überlebenden haben die Stadt am Abend zuvor unter dem Sirenengeheul mehrerer Polizeieskorten wieder verlassen. Jetzt stehen sie hier: die gut 20 Schülerinnen und Schüler mit ernsten, etwas unsicheren Gesichtern. Einige zittern, es ist kalt. Sie tragen, während sie sich vor einem Denkmal für 700 in Auschwitz ermordete Häftlinge aufstellen, nur Sportpullover, darüber weiße T-Shirts mit einer polnischen Aufschrift, zu Deutsch: „Gedenklauf mit Friedenslicht“. „Wenn ihr jetzt friert, dann ist es richtig so – damals war es auch kalt. Wenn ihr Schmerzen haben werdet, dann ist es ebenso richtig, denn damals tat es auch weh. Und wen…

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