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Die Geschichte der ungerechten Bezahlung

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Illustration: Ira Bolsinger für der Freitag; Material: Getty Images

Es ist Mittwochnachmittag, als der Aufseher an den Tisch der Arbeiterinnen tritt und sie für die restliche Woche entlässt. „Ach, welcher Jammer herrschte da!“, schreibt Minna Wettstein-Adelt 1893. Die gelernte Hutmacherin hat sich heimlich in eine Strumpffabrik in Chemnitz eingeschleust. Sie ist Anfang 20 und – wenn man so will – eine der ersten investigativen Journalistinnen. Später wird sie verschiedenste Frauenzeitschriften herausgeben, nun will sie herausfinden, unter welchen Bedingungen die Arbeiterinnen in den Fabriken arbeiten.

Wettstein-Adelt schreibt: „Die meisten hatten erst zwischen 60 Pfennig und einer Mark 20 verdient und sollten ihre vier bis sechs Mark Kostgeld wöchentlich entrichten. Besonders jen…

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