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Julia und Julia

Kena, die Baseballcap sitzt schief über dem schmalen Mädchengesicht, ist das erste Mal mit der süßen Ziki und ihren regenbogenfarbenen Dreads allein. Und sagt nach wenigen Minuten: „Ich muss los.“ Denn Kena ahnt, was es bedeutet, in ihrer Heimat Kenia homosexuell zu sein. Welche Gefahren, welches Leid, welcher Kummer darin lauern. Ziki, die naiver, lebenslustiger, hoffnungsvoller ist, braucht dazu noch eine Weile.

Kena ist Zikis erste große Liebe, und umgekehrt. Die beiden jungen Frauen aus dem Vorort Nairobis kannten sich vom Sehen, zunächst sogar eher vom Wegsehen – Kenas Vater John konkurriert gegen Zikis Vater Peter um einen Posten im Bezirksparlament. Ausgerechnet. Ein bisschen ist es also wie bei Romeo und Julia, nur schlimmer: Es geht um zwei Julias.

Rund um Rafiki, den vierten L…

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