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Die Moral bewegt sich doch

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Seltenes Glück Foto: Ralph Peters/Imago

Seit Émile Durkheim hat die französische Soziologie sich gern mit der Krankheit der Gesellschaft, mit abweichendem Verhalten beschäftigt. Berühmt geworden ist unter anderem Durkheims These der normalen Kriminalität, nach der eine Gesellschaft überhaupt nur mit Kriminellen, mit Abweichenden existieren kann, sodass ein Gemeinschaftsgefühl entsteht. Es braucht also die bösen Anderen, damit überhaupt klar ist, wer das gute Kollektiv ist und was es ausmacht. Anders allerdings befand er die Situation bei statistisch auffälliger Kriminalität, die das Normalmaß übersteigt. „Dann“, sagt Durkheim, „ist in der Tat nicht zu bezweifeln, daß dieses Übermaß krankhaft ist.“

Wie sieht nun das Übermaß aus? Zum Beispiel so: Nach Informationen der Neuköllner …

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