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Von unserer Welt

Sommer mit sengender Hitze, Frühlingserwachen. Es gab Jahreszeiten auch in Auschwitz-Birkenau. Das ist die banale, immer noch frappierende Erkenntnis, die ein Leser macht, wenn er zum Beispiel die Aufzeichnungen Ich blieb in Auschwitz des Holocaust-Überlebenden Eddy de Wind liest. Noch im Lager begonnen, erscheinen sie 1946 erstmals in seiner Heimat, den Niederlanden, und liegen nun auf Deutsch und zeitgleich in mehr als 20 Ländern vor.

Eddy de Wind nannte seinen Ich-Erzähler „Hans“, vielleicht war das die zwingende Abspaltung, um das alles aufschreiben zu können. Hans fragt zu Beginn: „Wie weit ist es bis zu den blau verschwommenen Bergen? (...) Für uns ist es weiter, viel weiter, unendlich weit. Die Berge sind nicht von dieser Welt, nicht von unserer Welt. Denn zwischen uns und den Ber…

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