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Mythen und Missgunst

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Griechisch-türkischer Verhandlungstisch für alle Fälle

Foto: Klaus Petrus

Wenn die Nacht hereinbricht in Pyla, einem kleinen Dorf im Südosten von Zypern, sieht Kemal Atatürk grimmig aus. Zwei grelle Scheinwerfer beleuchten die Büste des Gründers der türkischen Republik im Jahr 1923. Schatten bilden sich auf seiner Stirn, unter den stechenden Augen, am breiten Kinn. Links von ihm zuckt an einer Stange müde der weiße Halbmond auf der türkischen Flagge. Wer nach Pyla fährt, muss an Büste und Flagge vor der türkisch-zyprischen Schule vorbei. Dahinter liegt ein Sportplatz und – keine 150 Meter von Atatürk entfernt – die griechisch-zyprische Schule, an der Seite eine Fahnenstange, die vermutlich auf den Zentimeter so hoch ist wie die türkische, daran eine griechische Flagge. Die zypri…

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