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Die Fritten der Freiheit

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Die Versorgung der aufständischen Filiale ist gekappt, die Werbung bleibt noch standhaft

Foto: Dmtry Kostyukov/NYT/Redux/Laif

Ein Marseiller, der sich wegen seines Arbeitsplatzverlustes bei McDonald’s fast umgebracht hätte, holt mich ab. Kamel Guémari (38) trägt eine lange, graue Weste und fährt mich freihändig gestikulierend in sein Viertel Saint-Barthélemy, eine Blocksiedlung im für seine „Kalaschnikow-Bälle“ bekannten Nordsektor von Marseille. In Saint-Barth sind 39 Prozent so arm, dass ihnen der Staat die Krankenversicherung zahlt. Größter privater Arbeitgeber für die 155.000 Einwohner des Quartiers ist der Supermarkt Carrefour, der zweitgrößte McDonald’s. An der Kreuzung vor seinem Wohnblock zischelt mir Kamel zu: „Das ist ein Shitdealer.“ Halbwüchsige Bengel stehen für ein…

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