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Stahlrohrmythos

Hundert Jahre nach seiner Gründung in Weimar ist das Bauhaus zu einer Marke geronnen, die für alle anschlussfähig ist. Der Architekt und Publizist Philipp Oswalt fragt sich: Wie kann das sein, wo die Schule von Anfang an polarisierte? Oswalt interessieren die Konflikte und Irrwege des Bauhauses – und weniger bekannte Figuren wie der Schweizer Architekt Hannes Meyer, der nach Walter Gropius und vor Ludwig Mies van der Rohe von 1928 bis 1930 die Schule in Dessau leitete. Meyer gab als Direktor das Motto „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ aus, 1930 wurde er wegen „kommunistischer Machenschaften“ entlassen. Zwei Jahre später wurde das Bauhaus auf Betreiben der NSDAP aufgelöst. Während Gropius heute idealisiert wird, ist Meyer in Vergessenheit geraten. Wie auch viele der fragwürdigeren Lehren d…

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