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The week

from 17. until 23. January 2019

Klimapolitik

Freitags frei

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Foto: Carsten Koall/Getty Images

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, wurde skandiert. Rund 25.000 Schülerinnen und Schüler haben in 50 Städten für mehr Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg gestreikt. „Fridays for Future“ lautet das Motto, inspiriert von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die im August den „Schulstreik fürs Klima“ ins Leben rief und durch ihre Rede bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice berühmt wurde. Statt sich der miserablen Klimapolitik der Bundesregierung zu widmen, gab es einige, die lieber über unerlaubtes Schulschwänzen reden wollten. Besonders unrühmlich tat sich Baden-Württembergs konservativer CDU-Nachwuchs hervor. Martina Mescher

Serbien/Russland

Pascha für Putin

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Foto: Andrej Isakovic/AFP/Getty Images

Erst Schäferhund Baffi in Sofia, dann die Hündin Yume in Tokio, nun der Welpe Pascha in Belgrad. Wladimir Putin wird bei Auslandsbesuchen häufig auf diese Weise beschenkt, auch vor Tagen in Serbien beim Treffen mit Präsident Aleksandar Vučić. Doch gibt es auch einen politischen Ertrag des Gipfels. Ausgehandelt wurde eine verstärkte Militärkooperation, zudem vereinbart, dass Serbien künftig über die russisch-türkische Pipeline „Turkish Stream“ mit Erdgas beliefert wird. Für Belgrad ist Russland auch deshalb ein willkommener Partner, weil die seit 2014 laufenden Beitrittsgespräche mit der EU stagnieren und sich intensive Beziehungen mit Moskau als Alternative anbieten. Lutz Herden

Mobilität

Mal langsam

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Foto: Picture Alliance/Patrick Seeger/dpa

Die Idee der Verkehrskommission der Bundesregierung, ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen einzuführen, ist für Verkehrsminister Scheuer (CSU) „gegen jeden Menschenverstand“. Aber es ist zu spät: Die Debatte läuft, denn nun fordert die Deutsche Umwelthilfe ein Tempolimit von 120 auf der Autobahn, 80 auf der Landstraße. Damit ließen sich fünf Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen – nach Angaben des Statistischen Bundesamts war der Autoverkehr 2018 immerhin für die Emission von 115 Millionen Tonnen CO₂ verantwortlich. Zur Reduktion dieser Emissionen denkt die Kommission über höhere Spritsteuern nach. Wie einst Emmanuel Macron in Frankreich. Elsa Koester

Oxfam

Doppelte Ungleichheit

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Foto: Vincenzo Pinto/AFP/Getty Images

Die globale Ungleichheit ist auch eine zwischen den Geschlechtern, stellt die Hilfsorganisation Oxfam in ihrem jährlichen Ungleichheitsbericht fest. So besitzen Männer im globalen Durchschnitt 50 Prozent mehr Vermögen als Frauen, während diese 2018 unbezahlte Sorgearbeit im Wert von zehn Billionen US-Dollar übernahmen – das entspricht dem 38-fachen VW-Jahresumsatz. Ein steuerfinanziertes Modell des Gesundheits- und Erziehungswesens könne die globale Ungleichheit verkleinern, so Oxfam. Die nahm weiter zu: Die Vermögen der Milliardäre stiegen um zwölf Prozent, die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung erlitt Einbußen von elf Prozent. Elsa Koester

EU/Großbritannien

Flugsperre

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Foto: Ben Stansall/Getty Images

Die Luftfahrtbehörde IATA ist alarmiert wegen eines ungeregelten Brexits. Da mit einem EU-Ausstieg ohne Vertrag am 29. März auch die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erlischt, verlieren britische Gesellschaften das Recht, den EU-Raum anzufliegen. Zwar hat die EU-Kommission in dieser Woche nochmals bekräftigt, bestehende Lizenzen befristet zu verlängern, doch stehen verbindliche Regelungen aus. Für Unruhe sorgt außerdem die in der EU geltende Vorschrift, wonach Gesellschaften, die EU-Länder anfliegen, zur Hälfte von Kapital aus der EU finanziert sein müssen. Für britische Anbieter wäre das nach dem Brexit nicht mehr gegeben. Lutz Herden