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Kreuz und queer

Der Romancier John Updike, der dafür berühmt war, das hypermoralische Amerika in seinen Abgründen zu zeigen, nahm noch 1999 kein Blatt vor den Mund in Bezug auf seine Vorurteile gegenüber schwuler Literatur, wobei man sich gleich für die dumme Kategorie schwule Literatur entschuldigen muss. Literatur selbst kann freilich nicht „schwul“ sein, aber Garth Greenwell sieht sich als Gay Writer und insistiert auf eine queere literarische Tradition: Marcel Proust, Thomas Mann, Virginia Woolf, Thomas Bernhard. Es sind seine Ikonen, nur ihretwegen konnte er zum Schriftsteller werden.

Updike also zeigte als Kritiker seine homophobe Seite, und man fragt sich, ob Libertinage in seiner Generation, in seinen Kreisen, eben nicht alles und jeden meinte. An seine Einlassungen erinnerte die New York Times…

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