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Humanes Kapital

Wer Mitte, Ende der 1970er Jahre ein Teenager war und in Italien lebte, der verbindet mit dem Namen Feltrinelli äußerst angenehme Erinnerungen. Wollte man damals noch kurz außer Haus – Freunde, Freund, Freundin treffen –, dann funktionierte der Vorwand, man müsse zum Buchladen „Libreria Feltrinelli“, bestens. Die Eltern hatten meistens nichts dagegen einzuwenden. Dabei war es oft gar nicht, oder nicht ausschließlich, ein Vorwand, denn man verabredete sich gerne im nächstliegenden Buchladen Feltrinelli, um zwischen den Bücherinseln zu schlendern, über das zuletzt gelesene Buch zu plaudern und zu beschließen, ob man am nächsten Tag statt in die Schule zur Demo gehen sollte.

So hatte sich das der Gründer Giangiacomo Feltrinelli vorgestellt, als er 1957 den allerersten Buchladen in Pisa erö…

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