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The week

from 19. until 25. January 2017

Umwelt

Bleibt vorerst vom Acker

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Foto: AFP/Getty Images

Bei Umweltschützern hat die geplante Übernahme von Monsanto durch den Chemiekonzern Bayer für Entsetzen gesorgt. Monsanto stellt Glyphosat und gentechnisch veränderte Pflanzen her. Die bevorstehende Elefantenhochzeit wird von Protesten begleitet. Nun muss Bayer auch mit Widerstand aus Brüssel rechnen. „Das neue Unternehmen hätte ja einen enormen Einfluss auf das Saatgut- und Pestizidgeschäft und auf die Bauern“, sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Er kündigte an, die zuständige Wettbewerbskommissarin werde sich diese Fusion „sehr, sehr genau ansehen“. Und Andriukaitis lässt derweil prüfen, ob Glyphosat in der EU weiter eingesetzt werden darf. Martina Mescher

Rechtspopulismus

Am Deutschen Eck

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Foto: AFP/Getty Images

„Gestern ein neues Amerika, heute Koblenz und morgen ein neues Europa“, rief Geert Wilders. Beflügelt von Donald Trumps Erfolg versammelte sich Europas Rechte einen Tag nach dessen Amtsantritt zum Schaulaufen. Man blies zum Wahlkampfauftakt für 2017. Das Treffen der antieuropäischen EU-Parlamentsfraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ hatte Nordrhein-Westfalens AfD-Chef Marcus Pretzell organisiert. Rund 1.000 Anhänger kamen in der Koblenzer Kongresshalle beim Deutschen Eck zusammen. Drinnen beschworen Marine Le Pen, Frauke Petry, Harald Vilimsky und Matteo Salvini Volk und Nation, draußen protestierten 5.000 Menschen gegen Nationalismus. Martina Mescher

Luftverkehr

Nur Fliegen ist schöner

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Foto: AFP/Getty Images

Vor 25 Jahren hat die Planung begonnen, einige hielten es nicht für völlig abwegig, dass der Hauptstadtflughafen BER im November eröffnet werden könnte. Daraus wird nichts. Die Türen klemmen, irgendetwas ist halt immer. Die neue Absage hat keine Hoffnungen enttäuscht, sondern Erwartungen erfüllt. Schon 2011 sollte der BER fertiggestellt sein, fünf Mal wurde die Sache abgeblasen. Und das kostet Geld. Jeden Monat verschlingt der BER 17 Millionen Euro Betriebskosten, obwohl er nicht in Betrieb ist. Trotzdem taugt der BER 2017 zum Hoffnungsträger: Auch in politisch unberechenbaren Zeiten ist auf ihn Verlass. Er bleibt die ewige Baustelle, aus der einfach kein Flughafen entstehen will. Martina Mescher

Türkei

Das Ende der Demokratie

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Foto: AFP/Getty Images

Das Parlament in Ankara hat sich selbst entmachtet. Mehr als drei Fünftel der Abgeordneten haben für die Verfassungsreform zum Präsidialsystem gestimmt und sich damit selbst zu Marionetten von Recep Tayyip Erdoğan degradiert. Im Vorfeld gab es erbitterten Widerstand; gebrochene Nasen und Parlamentarier, die aus dem Saal getragen werden mussten, sprechen eine deutliche Sprache. Die endgültige Entscheidung über den Abschied von der parlamentarischen Demokratie in der Türkei ist noch nicht gefallen, im Frühjahr wird die Bevölkerung in einem Referendum befragt. Sollte die neue Verfassung Wirklichkeit werden, läge alle Exekutivmacht in Erdoğans Händen. Martina Mescher

Gambia

Ein Autokrat packt ein

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Foto: AFP/Getty Images

Nach 22 Jahren an der Macht hat Gambias Präsident Yahya Jammeh (Foto) das Land verlassen. Das geschah nicht ganz freiwillig: Abgewählt wurde der Präsident bereits im Dezember, abtreten wollte er trotzdem nicht. Erst als Truppen der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS ins Land einmarschiert waren und Jammeh ein Ultimatum gestellt hatten, entschied er sich für ein Exil in Äquatorialguinea. Finanzielle Sorgen werden ihn dort nicht plagen. Sein Nachfolger Adama Barrow fand leere Staatskassen vor. Genügend Zeit, um sie zu plündern, hatte Jammeh zwischen Wahlniederlage und Rücktritt in jedem Fall. Gambias erster demokratischer Machtwechsel war teuer, aber auch friedlich. Martina Mescher