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Nur mit der Ruhe

Es wirkte fast skandalös, als Joyce Carol Oates, Autorin von mehr als 100 Büchern, vergangenes Jahr in einem Interview mit dem Intellektuellenmagazin New Yorker sagte: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich eine Persönlichkeit habe.“ Auf die eigene Persönlichkeit zu pochen, sich selbst als Marke zu inszenieren, gehört im Spätkapitalismus schließlich sosehr zum guten Ton, dass es einem Tabubruch gleichkommt, sich nicht an diese Maxime zu halten. Erst recht, wenn man als „Amerikas führende Literatin“ gilt.

Mit 77 Jahren kann Joyce Carol Oates mittlerweile auf fünf Pulitzer-Nominierungen zurückblicken und bescheinigt sich selbst ein „ausgeprägtes Interesse daran, die USA zu porträtieren“. Doch mit der zur Schau gestellten Egomanie des heutigen Promi-Daseins hat sie nichts am Hut. Eher scheint s…

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