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Déjà-wuff

Zu Beginn unterbricht ein Störgeräusch das rhythmische Klackern von Annas Schreibmaschine. Ihr Mann Richard ist mit den Kindern übers Wochenende weggefahren. Zwei Tage hat Anna für sich, um aufzuschreiben, was passiert ist. Und dann sitzt ein junger Vogel in ihrem Garten und schreit, vielleicht ist er aus dem Nest gefallen. Anna bleibt am Fenster stehen, sieht alles, tut nichts. Was könnte sie auch ausrichten? Das Verharren ist symptomatisch für den Film, der nach Die Wand (2012) Julian Pölslers zweite Adaption einer Vorlage von Marlen Haushofer ist: der Novelle Wir töten Stella (1958).

Eine „schlechte Gewohnheit“ nennt Anna ihr Starren in den Garten. In der Natur manifestieren sich, wie oft bei Haushofer, Widersprüche, die die Hauptfiguren in ihren Lebensentwürfen zu spüren bekommen: e…

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