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Befreit vom Druck

Es lässt sich kaum ein größerer Bruch vorstellen als der, den Dilma Rousseff im Jahr 2016 miterleben musste. Im Dezember 2015 befand sie sich noch in der Frühphase ihrer zweiten Amtszeit als erste Präsidentin Brasiliens. Sie lebte in einem Palast, führte Südamerikas größten Beamtenapparat und speiste bei Gipfeltreffen mit Barack Obama, Wladimir Putin oder Angela Merkel. Wenn sie zu ihrer allmorgendlichen Fahrradtour aufbrach, wurde sie von einem ganzen Tross an Sicherheitsleuten begleitet.

Heute, nachdem sie durch ein Misstrauensvotum des Kongresses ihr Amt verloren hat, lebt Rousseff in der Wohnung ihrer Mutter, geht wieder selbst im Supermarkt um die Ecke einkaufen, hat nur noch einen einzigen Bodyguard und fährt wie alle anderen mit ihrem Fahrrad die Strandpromenade von Rio entlang. …

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