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Viertel vogelfrei


Wer verstehen will, was Leipzig-Connewitz ausmacht, muss zurück in die Wendezeit. Verfallene, leer stehende Häuser und Punks, Studenten, Künstler, Freaks, Idealis-ten, die diese Häuser be-setzten. Gleichzeitig wuchs eine Neonazi-Szene, die das verhindern wollte.

Nachdem 1992 eine Polizeibeamtin einen Hausbesetzer bei einer Rangelei angeschossen hatte, radikalisierte sich die linksautonome Szene.„Leipzigs Anarcho-Refugium“ nannte der Spiegel 1995 die Gegend. Für die Rechten sei das Viertel, etwa drei Ki-lometer südlich des Leipziger Stadtzentrums gelegen, zum Hassobjekt geworden, sagt der Autor und promovierte Historiker Sascha Lange. Brandanschläge gehören fast zum Alltag. Die Ereignisse vom 11. Januar 2016, als 250 Rechtsradikale in Connewitz randalierten, seien aller-dings der „verheere…
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