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The week

from 6. until 12. January 2022

Rassismus

Ex-CDU-Mann verurteilt

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Foto: Imago/Imagebroker

Ein 72-Jähriger tritt an einem Abend Ende Dezember 2019 vor sein Haus, beleidigt eine Gruppe junger Männer, die auf dem Gehweg am Rheinufer stehen, rassistisch, schießt einem von ihnen mit einer halbautomatischen Waffe von hinten in den Oberarm. Das Landgericht Köln hat den damaligen CDU-Kommunalpolitiker Hans-Josef Bähner nun zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, wegen gefährlicher Körperverletzung sowie unerlaubten Waffenbesitzes und Beleidigung. Für die rassistische Gesinnung des im Januar 2020 von seinem CDU-Mandat in der Bezirksvertretung Köln-Porz zurückgetretenen Bähner sprächen auch entsprechende Äußerungen im Internet, so das Gericht. Sebastian Puschner

Mali

Exempel statuiert

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Foto: Florian Vergnes/AFP/Getty Images

Auf den Beschluss folgt die Tat. Die Staaten der westafrikanischen Assoziation ECOWAS haben nach der Entscheidung, neue Sanktionen gegen Mali zu erlassen, diese sofort verhängt. Davon betroffen ist ein zum Erliegen gebrachter Finanzverkehr mit Bamako. Zugleich wurden die Grenzen zu Mali geschlossen, was Handelsrouten unterbricht. Begründet werden die Restriktionen mit der Erklärung der Militärregierung unter Präsident Assimi Goïta, vorerst keine Wahlen abhalten zu wollen, weil das Land angesichts der islamistischen Gefahr zu instabil sei. Man brauche jetzt eine Übergangszeit von vier Jahren. Für die ECOWAS-Länder wird damit eine Gesellschaft „in Geiselhaft“ genommen. Lutz Herden

China

Evergrande baut wieder

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Foto: Noel Celis/AFP/Getty Images

Der Immobilienkonzern Evergrande hat zwar Verbindlichkeiten von 300 Milliarden Dollar abzutragen, hat aber mit dem Jahreswechsel die Bautätigkeit bei 90 Prozent seiner Projekte wieder aufgenommen. Zuletzt lag die Hälfte der Baustellen brach, was vor allem 1,6 Millionen chinesische Privatleute traf, die bereits Zahlungen für die eigene Wohnung oder ein Haus geleistet hatten. Während mit der getroffenen Entscheidung massiven Protesten vorgebeugt wird, bleiben fällige Zinszahlungen von 225 Millionen Dollar an ausländische Gläubiger ausgesetzt. Die Konzernzentrale in Guangdong führt nun ein „Komitee für Risikomanagement“, bei dem der Staat als Sanierer das Sagen hat. Lutz Herden

Wahl des Bundespräsidenten

Linke hat eine gute Idee

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Foto: Imago/Political-Moments

Weiß eigentlich jemand, wofür Frank-Walter Steinmeier steht – außer für „Stabilität“? Seit 2017 ist Steinmeier Bundespräsident und soll es nach dem Willen von SPD, Grünen, FDP und ohne Einspruch von CDU/CSU weitere fünf Jahre bleiben. Bei Gerhard Trabert, den die Linke für die Wahl in der Bundesversammlung am 13. Februar als Kandidaten für das höchste Amt im Staate nominiert hat, ist die Frage nach dem Profil leicht zu beantworten: „Es geht darum, dass die Situation von sozial benachteiligten Menschen zu wenig beachtet wird“, sagte Trabert. Er weiß, wovon er spricht: Als Arzt versorgt er mit einer mobilen Praxis Obdachlose, als Professor unterrichtet er angehende Sozialarbeiterinnen. Sebastian Puschner

Ausgedacht & draufgesetzt

Panoramafenster

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Foto: Imago/Panthermedia

Mehr Homeoffice wagen, mehr Videocalls. Separiert hocken wir in Teams-, Zoom- oder Skype-Konferenzen und sehen einander neugierig in die Zimmer. Wirklich? Immer weniger. Was dem Spießer seine heimelige Fototapete war, ist uns Virtual Background. Wer da alles vor Bücherregalen sitzt mit Kafka, Dostojewski, Simone de Beauvoir: Fußballtrainer, Schlagersänger und Gesine Schwan. Ein Charité-Virologe thront auf dem Dach des Hochhauses, in dem er arbeitet, merkwürdigerweise ist es windstill. Altkanzler Schröder treffen wir im Gard-Haarstudio und Kati Witt in der „Straße der Besten“. Nur die Linkspartei hat vergessen, ihre Kamera einzuschalten, und bleibt unsichtbar. Karsten Laske