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The week

from 7. until 13. January 2021

Gesundheitszertifikat

Impfreisepass

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Foto: Getty Images

Als erster EU-Staat will Dänemark Personaldokumente ausgeben, bei denen vermerkt ist, dass es eine Corona-Schutzimpfung gab. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, soll es künftig einen „Impf-Reisepass“ geben. Dies könne Ländern die Entscheidung erleichtern, ob sie Einreisen erlauben oder verweigern, sofern kein Impfnachweis vorliegt. Zunächst ist daran gedacht, dass bei digitaler Vorlage eines Impfzertifikats das Dokument übermittelt wird und ausgedruckt werden kann. Am 6. Januar hatte das Land eine Quote von 0,82 Impfungen pro 100 Einwohner und lag vor Deutschland mit 0,32. Neu infiziert hatten sich in der ersten Januarwoche 246 je 100.000 Einwohner. Lutz Herden

Belarus

Umarmung für Alex

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Foto: Imago Images

Der Autor dieser Zeilen ist ein großer Eishockey-Fan. Nichts aber könnte ihn kälter lassen als Weltmeisterschaften, was mit an deren inflationärem Takt liegt – sie finden jedes Jahr statt. Im Mai sollen Belarus und Lettland das Turnier ausrichten, Letzteres wiegelte bereits ab; Corona und Alexander Lukaschenkos brutale Unterdrückung der Opposition stehen dem Plan im Wege. Nicht so René Fasel, Chef des Weltverbands: Er ließ Lukaschenko nun in Minsk körperliche Zuneigung in Form einer Umarmung zuteilwerden. Derweil errang der älteste deutsche Eislaufverein zuletzt erste Punkte. Augsburg rangiert im Tabellenkeller – was hoffentlich so bald endet wie Lukaschenkos Zeit an der Macht. Sebastian Puschner

Chemnitz

Mögen die Spiele beginnen

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Foto: Imago Images

Früher hätte man es Vetternwirtschaft genannt, heute ist von Machenschaften wie beim IOC oder der FIFA die Rede. An diesen Filz fühlte sich die SZ erinnert, als sie Chemnitz’ erfolgreiche Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ durchleuchtete und auf frappante Verbindungen zwischen Jurymitgliedern, Beraterfirmen und Programmbeteiligten stieß. Die Ernennung, die im Dezember erfolgen sollte, wurde verschoben. Am Montag nun gaben die Kulturminister nach einer Anhörung der Juryvorsitzenden Sylvia Amann grünes Licht. Alle Zweifel seien ausgeräumt, heißt es. Und: Man setze künftig auf mehr Transparenz. Ein glorioser Startschuss klingt anders. Christine Käppeler

Urteil in London

Assange bleibt in Haft

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Foto: Getty Images

Ein unter mehr als zweifelhaften Umständen Inhaftierter mit Atemwegserkrankung, psychisch gezeichnet von der Folter seiner jahrelangen Isolation, muss in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis bleiben: So steht es aktuell um Julian Assange. Die zuständige Richterin hatte seine Auslieferung an die USA zwar – einzig aufgrund seines Gesundheitszustands – abgelehnt (der Freitag 1/2021), ebenso jedoch dann das Ansinnen, ihn auf Kaution freizulassen. Der Wikileaks-Gründer muss nun hoffen, dass ein dagegen erhobener Einspruch seiner Anwälte fruchtet, und dem Kurs entgegensehen, den der designierte US-Präsident Joe Biden in dieser Angelegenheit einschlagen wird. Sebastian Puschner

Berlin

Große Schulverwirrung

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Foto: Getty Images

Wie viel Widersprich ist noch sinnvolle Dialektik, und ab wann ist es einfach nur mehr ein entnervendes Hin und Her? Es war eine der Lehren des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr: Für manche Kinder und für viele Eltern sind offene Schulen kein Luxus, sondern überlebenswichtig. Nun gut. Am Mittwoch beschloss Berlins Senat, dass Abschlussklassen von Montag an in die Schulen zurückkehren sollten. Dann gab es Proteste von Eltern, Lehrer*innen, Online-Petitionen. Also hieß es am Freitag: Doch nicht, alles verschoben bis 25. Januar. Obwohl: Wer mag, kann sich bis dahin selbst beschulen, jede Klasse soll das bitte schön selbst entscheiden. Wie hieß es noch: Inkompetent, aber sexy? Pepe Egger