Loading

Zug und Trug

Sich auf ein Gespräch mit Fremden im Zug einzulassen, ist keine gute Idee. Jedenfalls nicht im Kino, das von Hitchcocks Der Fremde im Zug (1951) bis zu Hostel von Eli Roth (2005) immer neue Variationen jener Geschichte erzählt hat, die mit einer Plauderei im Zugabteil beginnt und ein paar Sätze oder Szenen weiter beim Mordauftrag oder gleich im Folterkeller ankommt.

Wenn das Gespräch erst einmal in Gang gebracht ist, ist es zu spät. Der Zug hat sich in Bewegung gesetzt; die Stationen sind festgelegt, die Maschine läuft, und was ab jetzt an Optionen sich ergibt, kann mit Beschleunigung und Verlangsamung zu tun haben, mit ein paar Ausstiegen, mit Notbremsungen und mit Umleitungen, aber nicht mehr mit Umkehr. Dass die alte und sehr innige Beziehung, die seit den Anfängen des Kinos zwischen…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.