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„Wir pfeifen leise“

Der Grüntee, den Jeanine Meerapfel zum Gespräch serviert, ist perfekt. Temperatur, Ziehzeit, alles ist abgestimmt – wie ein austarierter Essay. In ihrem Büro mit Blick auf den Pariser Platz in Berlin sitzt die Präsidentin der Akademie der Künste vor einem Selbstporträt Max Liebermanns. Der Maler, der als ihr Vorgänger 1933 aus der Preußischen Akademie der Künste ausgetreten war, blickt skeptisch, auch etwas melancholisch herab. Für ihre Antworten nimmt sich die Filmemacherin Zeit, nur bei der antifaschistischen Haltung muss sie nicht lange nachdenken.

der Freitag: Frau Meerapfel, die Politik mutiert weitgehend zum Spektakel. Kann die Kunst da noch mithalten?

Jeanine Meerapfel: Das sollte sie überhaupt nicht. Die Kunst soll nicht zum Spektakel werden und sie soll auch nicht mithalten mit…

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