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Erst Krebs, dann die Angst

Schmalspurexistenz. So bezeichne ich mein Leben. Mein Dasein in drei Worten: Grundsicherung, Krankheit, Einsamkeit.

Das war mal anders, ganz anders. Ich war selbstständig, hatte ein Papiergeschäft in einer großen Stadt. Der Laden lief super, in manchen Monaten verdiente ich 5.000 Euro netto. Ich war verheiratet, die Kinder machten keine Probleme, wir hatten Haus und Hund. Kurz und gut: Es lief wie am Schnürchen.

Dann bekam ich Krebs, mit 54. Ich wollte so schnell wie möglich wieder fit sein und ließ alles machen: OP, Chemo, Bestrahlung, das ganze Programm. Teure Behandlungen, die meine private Krankenversicherung, deren Namen ich nicht nennen will, um Ärger zu vermeiden, zunächst anstandslos bezahlte. Immerhin verlangte die Kasse damals einen Monatsbeitrag von gut 900 Euro.

Ich dachte: Na…

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