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The week

from 4. until 10. January 2018

Syrien

Vormarsch in Idlib

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Foto: Getty Images

Bisher wurde die Provinz Idlib im Nordwesten überwiegend von islamistischen Verbänden beherrscht, die dort Rückzugsräume fanden, seit Ost-Aleppo Ende 2016 vollends verloren ging. Seit Wochen nun verzeichnet die Regierungsarmee in Idlib Terraingewinne. Jetzt gelang die Einnahme der Stadt Sindschar, sodass die Straße zu einem lange belagerten Militärflughafen wieder frei ist. Ziel des Vormarsches ist die Einrichtung von Deeskalationszonen, in denen eine Feuerpause gilt, wie das bereits rings um die Metropolen Hama und Homs der Fall ist. Unter den vielen Flüchtlingen in Idlib hatte zuletzt besonders das islamistische Bündnis Hai’at Tahrir asch-Scham Ersatz rekrutiert. Lutz Herden

FDP

Solidarisch mit sich selbst

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Foto: Getty Images

Seit er die Jamaika-Sondierung zum Platzen gebracht hat, befinden sich die Beliebtheitswerte für FDP-Chef Christian Lindner im Sinkflug. Um den Trend zu stoppen, setzte er beim Dreikönigstreffen der Partei in Stuttgart auf Selbstbeweihräucherung. Man sei nicht der „Steigbügelhalter“ für Kanzlerin Angela Merkel, sondern wolle gestalten, sagte er. Dieses Man-tra hört man von ihm seit Wochen. Wo sich die FDP gestalterisch einbringen möchte, bleibt nebulös. Als Beleg für Prinzipientreue musste wieder der Kampf gegen den Soli herhalten. Dafür werde man notfalls bis nach Karlsruhe gehen, kündigte Lindner an. Um mehr als ein paar Euro mehr für Besserverdiener geht es dabei nicht. Martina Mescher

Moldawien

Befugnis beschnitten

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Foto: Getty Images

Mehr Nähe zu Russland oder zur EU? Der Richtungsstreit durchzieht die moldawische Regierung und hat erstmals das Verfassungsgericht beschäftigt. Die Kammer suspendierte zeitweise die Kompetenzen von Präsident Igor Dodon (Foto) von der Sozialistischen Partei, weil der fünf Pro-EU-Minister nicht ernennen wollte. Eine Folge der Rivalität mit Premier Pavel Filip von der Demokratischen Partei, der den Assoziierungsvertrag mit Brüssel voll ausschöpfen und eine EU-Vollmitgliedschaft erreichen will. Dodon dagegen hält einen Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion für besser und beruft sich auf die durch Umfragen ermittelte Zustimmung von 53 bis 54 Prozent der Bevölkerung. Lutz Herden

Großbritannien

Sinneswandel

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Foto: Getty Images

Vielleicht hat es etwas mit den zähen Brexit-Verhandlungen zu tun, die der Regierung May kein gutes Zeugnis ausstellen, auf den Verlust des EU-Binnenmarktes hinauslaufen und dem Land eine ungewisse Zukunft verheißen. Würde das Referendum vom Juni 2016 im Januar 2018 wiederholt, gäbe es wohl eine Mehrheit gegen einen Abschied von der EU. Nach diversen Umfragen sind derzeit 51 Prozent der Briten für einen Verbleib in der Union, während 41 für den Ausstieg votieren. Demoskopen gehen von einem seriösen Meinungsbild aus, einstige Nichtwähler hätten den signifikanten Stimmungsumschwung bewirkt. Ob der zu einem neuerlichen EU-Plebiszit führt, erscheint indes zweifelhaft. Lutz Herden

Anschlag

Fußballer im Visier

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Foto: Imago

Deniz Naki steht unter Polizeischutz. Am Sonntag wurden bei einer Autobahnfahrt mehrere Schüsse auf den Wagen abgefeuert, mit dem der deutsch-kurdische Fußballprofi unterwegs war. Naki (Foto), der früher für den FC St. Pauli spielte, besucht zurzeit seine Familie in Düren. Er spielt inzwischen in der Türkei für den kurdischen Verein Amed SK. Naki geht von einem politischen Hintergrund der Tat aus, er gehört zu den Kritikern von Recep Tayyip Erdoğan. Im April wurde er in der Türkei wegen „Terrorpropaganda“ zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, in sozialen Netzwerken für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK geworben zu haben. Martina Mescher