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Wolf oder Schaf

„Tariq ist da!“ Mit einem eindrucksvollen Schlüsselbund bewaffnet, eilt der sichtlich überforderte Hausmeister zum Hintereingang des in die Jahre gekommenen Gewerkschaftshauses an der Rue Génin. Nervös hantiert der junge Mann an dem Vorhängeschloss, das seit den Terroranschlägen vom 13. November die Tür zusätzlich sichern soll. Und dann darf der Hausmeister ihn als Erster begrüßen: Tariq Ramadan, den prominentesten Redner des Abends. Seit einer Stunde wird im völlig überfüllten Saal über eine „Politik des Friedens, der Gerechtigkeit und Würde“ diskutiert. Ramadan hat auf sich warten lassen, die selbstsichere Körperhaltung und das verschmitzt lächelnde Gesicht verraten, dass er das Aufsehen bei seinem Eintreffen in Saint-Denis genießt.

Auf der anderen Seite des Foyers wird es unruhig. Se…

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